SHIKASHI...FUKUSHI KIRISUTE NO JIDAI NI
JEDOCH... IN ZEITEN DER KÜRZUNG DER WOHLFAHRT
JEDOCH... IN ZEITEN DER KÜRZUNG DER WOHLFAHRT
しかし…福祉切捨ての時代に
SHIKASHI...FUKUSHI KIRISUTE NO JIDAI NI

Etwa zur gleichen Zeit wie Yamanouchi nahm sich ein weiterer Mensch das Leben: Eine junge Frau, die an der Minamata-Krankheit litt, und deren Bezüge man immer weiter gekürzt hatte. Wahrscheinlich dachte sie, dass jedes Weiterleben würdelos sei. Die Frage der Menschenwürde stand am Anfang von Koreedas Beschäftigung mit der Wohlfahrt: Bei einem Ehemaligentreffen erzählten mehrere seiner alten Schulkameraden, dass ihre Eltern auf die Fürsorge angewiesen gewesen wären, und dass sie aus Scham darüber in der Schule nie davon gesprochen hätten. Warum schämen sich Menschen dafür, Hilfe von öffentlicher Hand anzunehmen?
Shikashi ... Fukushi kirisute no jidai ni kreist um Tote, tote Zentren, Löcher im Gewebe der Gegenwart, welche eigentlich der Anwesenheit all jener bedarf, deren Sterben da nicht vorgesehen war. So musste Koreeda sein 'Kompilationsstück' (wie er die Arbeit einmal bezeichnete) aus Bruchstücken von Erinnerungen der Zurückgelassenen zusammensetzen. Er stützte sich auf Aussagen von Kollegen, Freunden, Familienmitgliedern und kreiste so die möglichen Motive ein. Angedeutet wurden dabei die Ausmaße der sich anbahnenden sozialen Katastrophe, und erfahrbar gemacht jene Löcher in der sichtbaren Welt.
Koreeda verdichtete diese Einkreisung weiter mit einem Buch, in dem er die Ursachen des Todes von Yamanouchi recherchiert, primär basierend auf Gesprächen mit dem sozialen Umfeld des Verstorbenen. Das Buch ist 1992 unter dem Titel Shikashi... Aru fukushi kôkyû kanryô shi e no kiseki und als Neuauflage im Jahr 2001 unter dem Titel Kanryô wa naze shi o eranda ka erschienen.
Datum
04.04.2005 19:00 Uhr
Ort
Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98
50674 Köln
Informationen zum Film
- Regie: KOREEDA Hirokazu
- Spieldauer: 47
- Produktionsjahr: 1991
- Übersetzung: OmeU
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