KARE NO INAI HACHIGATSU GA
AUGUST OHNE IHN
AUGUST OHNE IHN
彼のいない八月が
KARE NO INAI HACHIGATSU GA

Koreeda wurde in den zwei Jahren, die er Hirata filmte, immer mehr zu einem Bestandteil dessen Lebens, so dass die Distanz zwischen den beiden immer weiter schwand, sich zugleich aber auch ein anderer Raum eröffnete. Ab einem bestimmten Punkt verzichtete Koreeda bei seinen Besuchen immer häufiger darauf, sein Team mitzunehmen. Er drehte selbst, während er mit dem Todkranken sprach, und dass der Ton durchs Kameramikrophon ein wenig schepprig wurde, war nicht so schlimm, denn gewonnen wurde dadurch eine Zwischenmenschlichkeit, die ansonsten meist nur behauptet wird. Stärker noch als in seinen früheren Filmen hielt dies Koreeda dazu an, eine Haltung zu finden, die über das einfache Mitgefühl hinaus geht, die einen existentiellen Wert aus der sich entwickelnden Intimität schöpft. In letzter Konsequenz bedeutete dies, Hiratas Werk nach seinem Ableben - das Koreeda nicht filmen wollte und konnte - im Sinne seiner besten Absichten weiterzuführen, also durch den Film ein Prinzip der Mitmenschlichkeit und Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, die in Hiratas sturen Weiterleben steckt. Damit drückt sich auch auch der Glauben von Koreeda an den Menschen wie den Film aus: Das Leben in sich ist Grund genug, die Demut des Kinos liegt darin, diesen Grund durch geduldige Genauigkeit zu ehren.
Datum
21.04.2005 19:00 Uhr
Ort
Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98
50674 Köln
Informationen zum Film
- Regie: KOREEDA Hirokazu
- Spieldauer: 78
- Produktionsjahr: 1994
- Übersetzung: OmU
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