KARE NO INAI HACHIGATSU GA

AUGUST OHNE IHN

Film | Filme von Koreeda Hirokazu

AUGUST OHNE IHN

彼のいない八月が

KARE NO INAI HACHIGATSU GA

彼のいない八月が
Hirata Yutaka (erfundener Name) war der erste Japaner, der sich öffentlich dazu bekannte, durch Sex mit einem anderen Mann mit HIV infiziert worden zu sein. Als Koreeda ihn kennenlernte, war er sowohl eine Medien-Berühmtheit als auch ein langsam vor sich hin zum Tode kränkelnder Mann, der immer häufig ins Hospital musste und immer mehr auf die Hilfe Anderer angewiesen war. Ging es ihm gut, schrieb Hirata Essays und Bücher über seine Erfahrungen, und manchmal auch Gedichte, die er dann als Kunstwerke verbrämt teuer verkaufen wollte - dies allerdings ohne viel Erfolg. Er war auf jeder Demonstration gegen den falschen Umgang mit AIDS zugegen, sprach auf Konferenzen, arbeitete an der Idee eines selbstverwalteten Heims für AIDS-Kranke herum und machte überhaupt grosse Pläne. Wenn es ihm richtig gut ging und es seine finaziellen Umstände zuließen, gönnte er sich manchmal auch einen Callboy. Ging es ihm schlecht, sorgte er dafür, dass seine Umwelt es auch richtig mitbekam.

Koreeda wurde in den zwei Jahren, die er Hirata filmte, immer mehr zu einem Bestandteil dessen Lebens, so dass die Distanz zwischen den beiden immer weiter schwand, sich zugleich aber auch ein anderer Raum eröffnete. Ab einem bestimmten Punkt verzichtete Koreeda bei seinen Besuchen immer häufiger darauf, sein Team mitzunehmen. Er drehte selbst, während er mit dem Todkranken sprach, und dass der Ton durchs Kameramikrophon ein wenig schepprig wurde, war nicht so schlimm, denn gewonnen wurde dadurch eine Zwischenmenschlichkeit, die ansonsten meist nur behauptet wird. Stärker noch als in seinen früheren Filmen hielt dies Koreeda dazu an, eine Haltung zu finden, die über das einfache Mitgefühl hinaus geht, die einen existentiellen Wert aus der sich entwickelnden Intimität schöpft. In letzter Konsequenz bedeutete dies, Hiratas Werk nach seinem Ableben - das Koreeda nicht filmen wollte und konnte - im Sinne seiner besten Absichten weiterzuführen, also durch den Film ein Prinzip der Mitmenschlichkeit und Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, die in Hiratas sturen Weiterleben steckt. Damit drückt sich auch auch der Glauben von Koreeda an den Menschen wie den Film aus: Das Leben in sich ist Grund genug, die Demut des Kinos liegt darin, diesen Grund durch geduldige Genauigkeit zu ehren.

Datum
21.04.2005 19:00 Uhr

Ort
Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98
50674 Köln

Informationen zum Film

  • Regie: KOREEDA Hirokazu
  • Spieldauer: 78
  • Produktionsjahr: 1994
  • Übersetzung: OmU

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