Inge Schmidt und Hideo Togawa
Dialogausstellung
Inge Schmidt und Hideo Togawa
Dialogausstellung




Inge Schmidt studierte Bildhauerei am Städel in Frankfurt am Main bei Michael Croissant; seit 1981 lebt und arbeitet sie in Köln. Sie produzierte zahlreiche Stücke aus kargen Materialien ihrer Umgebung wie Hölzern, Pappen, Kartons, Drahtgeflechten usw. Diese fragilen und völlig nackten Gestalten, an denen sich sämtliche Arbeitsschritte erkennen lassen, sollen von ihrer Dreidimensionalität und ihrer eigenen Raumbezogenheit her nicht anders als Skulptur erfasst werden, lassen ihre Betrachter aber durchaus in Verlegenheit geraten; die Stücke - oder wie sie heißen mögen - provozieren die Betrachter kaum, sie sprechen nicht laut und verweisen auf sich selbst.
Das Gleiche gilt trotz ihrer stark divergierenden Erscheinungsform auch für die Arbeiten von Hideo Togawa. Er studierte an der Staatlichen Kunsthochschule Tokyo Malerei und ist seit 1990 in Düsseldorf tätig. Seine Bilder sind bei ihrer ersten Betrachtung erstaunlich einfach und scheinen leicht zugänglich; die bonbonfarbige Figur, die ihre Kontur deutlich auf der mit Sorgfalt gefertigten weißen Grundierung zeigt, ruft beim Betrachter etwas Vertrautes in Erinnerung und lässt ihn frei interpretieren. Aber wenn man versuchen will zu artikulieren, was dort zum Ausdruck kommt, bemerkt man, dass man nun vor dem Bild weder ein noch aus weiß.
Sowohl die dreidimensionalen Arbeiten von Inge Schmidt als auch die Bilder von Hideo Togawa sind schweigsam und enthalten keinerlei Aggressivität; dafür zeigen sie jedoch etwas Subtiles, etwas, das man vielleicht nur als feine Spur einer Flucht aus jeglichen bereits vorhandenen Kategorien, einem ständig proliferierenden Sinnestext, bezeichnen kann. Es ist eine zwar umsichtige, aber keineswegs defensive Position, sondern eine kontrollierte Offensive mit Entschlossenheit, die Offensive gegen eine gewisse Unmöglichkeit. Wenn auch Blickwinkel und Art der Umsetzung sehr verschieden sind, weisen beide Künstler eine verwandte Haltung auf, die, statt irgend etwas „auszudrücken“, so eingerichtet ist, lediglich einen seltsamen Trieb und eine unerfüllbare Lust am Sehen und Hören, an sonderbaren Konjunktionen des Zufalls zu spiegeln. Und diese selbstbezogene Haltung lässt trotz - oder wegen - ihrer eindringlichen Introvertiertheit etwas Offenes aufkommen, aus dem eine leise Konversation beginnt.
Datum
10.09.2004 00:00 Uhr - 30.10.2004 23:00 Uhr
Ort
Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98
50674 Köln