Erosu purasu gyakusatsu
Eros Plus Massacre
Eros Plus Massacre
エロス+虐殺
Erosu purasu gyakusatsu
„Sind Sie die Tochter von Itô Noe, die in den Wirren des Kantô-Erdbebens im Jahr 1923 zusammen mit Ôsugi Sakae niedergestochen wurde?“ Das angesprochene Mädchen sitzt mit ihrer Interviewpartnerin Sokutai Eiko in einem menschenleeren Raum und schweigt.
3. März 1969: Sokutai Eiko liegt nackt auf einem Hotelbett, ihr Freund Unema ist bei ihr. Ein Junge namens Wada betritt den Raum und beobachtet die beiden emotionslos.
März 1916: Ôsugi Sakae und Itô Noe flanieren nebeneinander her, eingehüllt in ein Meer von Kirschblüten. Noe ruft noch einmal den Tag in Erinnerung, als sie nach Tôkyô kam und eine der Herausgeberinnen des Frauenrechtsmagazins Seitô wurde. Das war der Tag, an dem sie zum ersten Mal Masaoka Itsuko traf.
7. März 1969: In der Wohnung von Inuma wird Eiko wegen angeblicher Prostitution von einem Polizisten verhört.
12. Februar 1916: Tsuji, der Ehemann von Noe, macht ihr Vorwürfe, dass sie sich zu viel um die Arbeit kümmere und das gemeinsame Kind vernachlässige.
Ôsugi und seine Freunde führen eine lebhafte Diskussion über Methodologie. Für Ôsugi ist ein Misserfolg weniger schlimm als untätig herumzusitzen. Seine Freunde schelten ihn wegen seiner Beziehung zu drei Frauen: zu seiner Ehefrau, Noe und Itsuko.
Ende März 1916: Ôsugi erzählt Itsuko von seiner Liaison mit Noe und davon, dass beide ökonomisch unabhängig seien, sie getrennt leben und die Freiheit des Anderen in jeder Beziehung respektieren würden. Für sein Verhältnis mit Itsuko wünsche er sich die gleichen Umstände.
31. März 1969: Der das Verhör führende Polizist erklärt Eiko, dass ihr eigentliches Verbrechen darin bestehe, in einer Welt der Vorstellung zu leben.
April 1916: Noe ist hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Tsuji und Ôsugi. Sie ertappt Tsuji dabei, wie er mit seiner Schwägerin schläft und geht zu Ôsugi, der gerade mit Itsuko zusammen ist.
Anfang April 1969: Wada eröffnet Eiko, dass er sich von ihr trennen will. Er nimmt ein Buch über Ôsugi zur Hand und fängt darin zu lesen an. Man sieht die toten Körper von Noe und Ôsugi.
6. November 1916: Noe erklärt, warum sie mit der Arbeit an Seitô aufhört. Itsuko fährt zu einem Teehaus am Strand von Hayama, in dem sich Ôsugi und Noe aufhalten, ein heftiger Streit entbrennt.
Inspiriert von historischen Wahrheiten in der Zeit zwischen 1910 und 1920 schildert der Film einzelne Episoden aus dem Leben des Anarchisten Ôsugi Sakae und seiner von sexueller Freiheit geprägten Beziehung zu Frauen. Verbunden werden die Episoden, in denen auch Themen wie sozialistische Ideen und die Frauenbewegung hineinspielen, mit einer in der damaligen Gegenwart spielenden Geschichte einer jungen Frau, die wegen angeblicher Prostitution von der Polizei verhört wird.
Datum
22.06.2009 19:00 Uhr
Ort
Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98
50674 Köln
Informationen zum Film
- Regie: YOSHIDA Yoshishige
- Spieldauer: 167
- Produktionsjahr: 1970
- Übersetzung: OmeU